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Sanierung eines denkmalgeschützten Kinos

Eine 1899 errichtete Gustavsburger Notkapelle diente nach dem Zweiten Weltkrieg als Kino und später auch als Kleinkunstbühne. 2008 musste das denkmalgeschützte Gebäude wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Nach eingehenden Voruntersuchungen entschloss sich die Gemeinde 2009 zur Sanierung.

Aufgabe

Die Sanierung war nur unter der Voraussetzung zu vertreten, dass eine multifunktionale Nutzung für Kinobetrieb, örtliche Theatergruppen, Kleinkunst-Programme und sonstige Veranstaltungen möglich würde. Gleichzeitig legte man großen Wert darauf, den Charakter und die Wiedererkennbarkeit des historischen Gebäudes zu wahren.

Die Sanierung erforderte den fast vollständigen Rückbau bis auf das Fachwerkgerüst. Morsche Hölzer wurden behutsam ausgetauscht, die Gesamtkonstruktion wurde statisch und wärmeschutztechnisch ertüchtigt. Dazu wurde eine zusätzliche Wärmedämmung mit Zellulosefaser-Dämmung aufgebracht.

Um den Innenraum vielseitig nutzen zu können, erhielt nur ein Teil eine Kinobestuhlung, die zudem herausnehmbar montiert wurde. Sie lässt sich bei Bedarf mit leichten Stapel- und Klappsitzen ergänzen, so dass das Gebäude ca. 120 Personen fasst.

Die multifunktionale Nutzung stellte erhebliche Anforderungen an die Raumakustik. Mit Hilfe von Simulationen wurde ein akustisch optimiertes Raumkonzept entwickelt, das die unterschiedlichen Erfordernisse von Kino, Sprechtheater und Musikveranstaltungen berücksichtigt. Zudem mussten ein größeres Foyer mit Theke und Aufenthaltsbereich sowie eine Künstlergarderobe und Technikräume eingeplant werden.

Gestaltung

Um den Charakter des Gebäudes zu erhalten, wurde der Eingang mit dem markanten Vordach aus den 60er Jahren, der Tür und den Schaukästen weitgehend rekonstruiert bzw. aufgearbeitet. In Anlehnung an die historische Raumstimmung des alten Kinosaales erhielten die Wände und die gewölbte Decke eine rote Stoffbespannung. Die sonstigen Flächen und Einrichtungsgegenstände sind dagegen in grauen und hellen Holztönen gehalten.

Mit der Sanierung wurde ein kultureller Treffpunkt neu belebt, der den Multiplex-Kinos der umliegenden Zentren eine intime Atmosphäre entgegensetzt und der für die Gemeinde identitätsstiftend ist.